Uzodinma Iweala: Du sollst Bestie sein

Tobias Kirsch 23. Juli 2008

7-184-bestie-183x300 Uzodinma Iweala: Du sollst Bestie sein„Killen gefällt mir“, sagt Agu, als Kindersoldat in einem fiktiven Krieg in Afrika Protagonist in Uzodinma Iwealas Roman „Du sollst Bestie sein! “ – dieses Motto (gleichzeitig der Titel des Romans) kann Agu nicht ausfüllen. Auch wenn er das Töten lernt, sich am Plündern der Dörfer, an den Gewalttaten gegenüber den Einwohnern beteiligt, immer wieder kommen die Erinnerungen an sein früheres Leben durch und damit auch sein Gewissen, das früher in Kirche und Schule gelernte „Du sollst nicht töten“.

Uzodinma Iweala hat einen beklemmenden Roman geschrieben, der den Leser von der ersten Seite an fesselt. Trotz oder vielmehr gerade wegen seiner monotonen, teilweise recht abgehackten Sprache. Eine Sprache, die den Leser mit der Zeit regelrecht in den Bann zieht, wenn sie aufzählend atemlos voranrast und manchmal auch kindlich poetisch wird. Einer Sprache, die das Alter des Jungen widerspiegelt, vielleicht auch seine bisher eher mangelnde Bildung, aber auch seine Handlungen als Kindersoldat mit der Machete. Man spürt die geschilderten Grausamkeiten über diese Sprache auf einer zusätzlichen Ebene, unmittelbar und intensiv.

Ein kleines Buch eines noch sehr jungen Autors, der als Kind nigerianischer Eltern in den USA geboren und aufgewachsen ist. Ein Buch, das einen schon sehr großen Erzähler zeigt, von dem man noch Vieles lesen möchte.

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