Nathacha Appanah: Der letzte Bruder

Anna 8. August 2009

appanah-193x300 Nathacha Appanah: Der letzte Bruder „Der letzte Bruder“ ist der zweite Roman der Journalistin Nathacha Appanah, die in Paris lebt aber ursprünglich aus Mauritius kommt, dort spielt auch dieser Roman. Es ist der Roman einer außergewöhnlichen Freundschaft. Zum letzten Bruder wird der 10järige Junge David für den gleichaltrigen Raj. Dieser leidet unter seinem gewalttätigen Vater, der ihn und seine Mutter misshandelt, seine Mutter kann ihn nicht genug schützen. Raj fühlt sich sehr allein und dabei auch schuldig daran, da er seine beiden Brüder bei einer Katastrophe während eines Unwetters verloren hat, die nur er überlebt hat.

Aber auch David bleibt ihm nicht lange als neuer/letzter Bruder, das abrupte Ende dieser Freundschaft kann Raj Jahrzehnte nicht verarbeiten, erst als er 60 Jahre später Davids Grab besucht, kann er sich dem Ganzen stellen und alles - auch die Frage nach seiner Schuld - aufarbeiten.

Nathacha Appanah erzählt die Geschichte dieser Freundschaft, die Raj trotz des schrecklichen Endes Kraft für sein ganzes Leben gibt, unheimlich berührend. Sie schreibt eine fiktive Geschichte einer Freundschaft im Zusammenhang mit einem historischen Ereignis auf Mauritius, das hier in Europa kaum bekannt ist, das aber auch Teil unserer Geschichte ist und so ist dieser Roman diesbzgl. wohl für die meisten von uns eine überraschende Erweiterung unserer historischen Kenntnisse.

Ein Buch, das einen in den Bann zieht, mit den feinfühligen Schilderungen der Figuren aber auch der unterschiedlichen Landschaften Mauritius. Ein Buch das aufwühlt, Fragen stellt zum Thema Freundschaft, zur Schuld aber auch zur Frage, wie David überhaupt Rajs Freund werden konnte, wieso sie sich treffen konnten.

 

 

 

 

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