Meja Mwangi: Big Chiefs

Anna 8. August 2009

mwangi-187x300 Meja Mwangi: Big Chiefs „Big Chiefs“ ist der Beitrag des kenianischen Autors Meja Mwangi zu dem Projekt Rwanda - écrire par devoir de mémoire“, in dessen Rahmen zehn afrikanische Schriftsteller Ruanda im Jahr 1998 besuchten. Dabei sahen sie die Stätten des Genozid aber sie sprachen auch mit Opfern und Tätern. Auf Deutsch gibt es bisher neben den „Big Chiefs“ folgende Titel aus dem Projekt: „Der Schatten Gottes: Reise ans Ende Ruandas“ von Véronique Tadjo und „Schädelernte“ von Abdourahman A. Waberi. Dass alle Bücher zum Thema auch im Original erst Jahre nach dem Projekt erschienen sind, zeigt wie schwierig es ist, den Völkermord in Ruanda in Wort zu fassen. Die Autoren versuchen dies auf unterschiedliche Weise.

Meja Mwangi hat zum Thema eine Parabel geschrieben, in der die Menschen und Orte keine Namen haben, seine Geschichte kann in Ruanda spielen aber es blitzen auch Parallelen zu anderen afrikanischen Ländern durch und er will auch bewusst zeigen, dass die Ereignisse sich doch immer noch wiederholen könnten.

Dieses Buch von Meja Mwangi unterscheidet sich recht deutlich von seinen zwei letzten auf deutsch erschienenen eher komödiantischen Büchern „Buschbaby“ und „Happy Valley“, es lässt sich - wie bei diesem Thema zu erwarten ist - auch nicht so einfach wie jene lesen. In jedem Fall ist das Buch aber äußerst lesenswert und zeigt wie schnell und wie einfach so etwas wieder geschehen kann, wenn alle feige wegsehen und sich nicht trauen etwas zu tun.

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