Christof Wackernagel: Dieu est grand : Geschichten aus Westafrika
Anna 11. September 2008
„Dieu est grand“ ist eine von zwei Floskeln, die Christoph Wackernagel bei seinem mehrjährigen Aufenthalt in Bamako, der Hauptstadt Malis immer wieder zu hören bekommt (die zweite ist „içi c’est comme ça“).
„Dieu est grand“ ist dann auch der Titel seines Buches geworden, in dem er mit vielen Kurzgeschichten seine Zeit in Bamako schildert. Christoph Wackernagel ist Schauspieler und Schriftsteller, ehemaliges RAF-Mitglied, weiterhin politisch engagiert und kommt in Folge eines gescheiterten Kulturdialogprojektes nach Mali und lässt sich dort nieder, um über seinen kleinen eigenen Kulturdialog zu schreiben.
Er schildert sehr liebevoll seinen Alltag in Bamako, sein Umfeld, seine Nachbarn, Freunde, Liebschaften. Es sind amüsante Geschichten aber auch traurige, die dann auch vom Scheitern von Ideen, von Scheitern von Freundschaften berichten. Geschichten die zeigen, dass der Unterschied zwischen Schwarz und Weiß oft unüberwindbar bleibt, dass man am Ende von afrikanischer Seite aus in der Familie zusammenhält und nicht mit dem engen europäischen Freund. Aber selbst dieses Scheitern wird noch sehr sympathisch beschrieben und wirkt nicht verbittert oder gar überheblich.
Ein sehr lesenswerter fesselnder Bericht über das Leben in Bamako, der einen beim Lesen kaum aus dem Schmunzeln herauskommen lässt.
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