Anatol Egbuna: Oyibo!!! : weißer Sohn eines schwarzen Vaters

Anna 24. Oktober 2010

„Oyibo“ ist in Nigeria eine der Bezeichnungen für „Weißer“. Als Oyibo wurde Anatol Egbuna in Nigeria oft bezeichnet, obwohl er gar nicht „so weiß“ ist. Als Kind einer deutschen Mutter und eines nigerianischen Vaters ist er in Warri im Süden Nigerias geboren und aufgewachsen, wurde dort aber trotzdem nicht als richtiger Nigerianer sondern als anders angesehen.

Anatol Egbuna ist der ältere Bruder der in Deutschland bekannten Sängerin Nneka Egbuna. Seine Eltern lernen sich in Deutschland beim gemeinsamen Studium kennen, gehen dann nach Nigeria, als die Mutter den Vater nach einigen Jahren verlässt und nach Deutschland zurückgeht, bleiben die Kinder in Nigeria beim Vater. Nach einiger Zeit heiratet dieser wieder. Mit der Stiefmutter verändert sich das Leben der Kinder extrem. Speziell Anatol bekommt sehr viele Probleme, muss die Haushaltsarbeiten für die Stiefmutter erledigen, wird von dieser immer wieder grundlos hart bestraft. Es geht so weit, dass die Mutter es schafft, dass der eigene Vater sich gegen ihn richtet und ihn massiv verprügelt. Der Hass der Stiefmutter ist extrem, sie versucht mit aller Macht, so auch mit Vorwürfen der Hexerei gegen die Kinder, mit dem angeblichen Versuch der Austreibung dieser Hexerei, die Kinder aus dem Haus zu vertreiben. Die Gewalt gegen Anatol und seine Schwestern wird so unerträglich schlimm, dass die Jugendlichen über die deutsche Botschaft nach Deutschland fliehen.

Das Buch ist zwar ein wenig holperig geschrieben aber wegen des Themas lesenswert, es zeigt das Leben afro-deutscher Kinder in Afrika, es zeigt die Ausgrenzung, die es auch dort auf Grund der Hautfarbe gibt.

Anatol Egbuna: Oyibo!!! : weißer Sohn eines schwarzen Vaters. – [Neckenmarkt] : Novum Pro, 2009. – 18,40 €


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