Archiv für das Thema 'Kolonialismus'

Nayo Bruce. Geschichte einer afrikanischen Familie in Europa

Anna 30. Dezember 2009

„Nayo Bruce“ ist der Name eines Mannes aus Westafrika (Togo/Ghana) der um 1900 als Darsteller für eine der damals weit verbreiteten Völkerschauen nach Europa kommt. Auf dem ersten Blick ein Opfer dieser aus unserer Sicht unwürdigen Darstellung von Menschen aus exotischen Ländern macht Nayo Bruce daraus aber sehr viel. Schon in Togo der Oberschicht angehörig und dabei sehr gebildet, ist sein Ziel mit seiner Familie in Europa Fuß zu fassen. Und so setzt er nach der ersten Reise als Darsteller alles daran wieder nach Europa zu kommen, dazu organisiert er eine eigene Showtruppe für Völkerschauen. Zuerst ist er mit dieser Gruppe angestellt bei einem Veranstalter, nach Reibereien mit diesem macht er sich später selbstständig und ...

 

André Brink: Die andere Seite der Stille

Anna 30. Dezember 2009

„Die andere Seite der Stille“ ist der bisher neueste Roman des bekannten südafrikanischen Schriftstellers André Brink. Er erzählt in diesem Roman die Geschichte der jungen deutschen Frau Hanna, die ihren schlechten Chancen auf eine bessere Zukunft - als ehemaliges Waisenheimkind - in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts entfliehen will. Und sich diese Möglichkeit auf dem Gebiet der deutschen Kolonien erhofft. Dort werden deutsche Frauen gesucht als Haushälterinnen aber auch als Ehefrauen dort lebender deutscher Männer. Aber schon auf bei der Ankunft in Deutsch-Südwest, dem heutigen Namibia, wird sie aus ihren Träumen gerissen und erlebt in einem Alptraum brutalste Gewalt. Am Ende lehnt sie sich voller Hass gegen die Männer in einer Art Rachefeldzug ...

 

Kolonialismus hierzulande/Hrsg. von U. van der Heyden

Anna 3. Februar 2009

„Eine Spurensuche in Deutschland“ ist der Untertitel des Buches „Kolonialismus hierzulande“ und beschreibt sehr treffend den Inhalt des Buches. Diverse wissenschaftliche Autoren beschreiben einzelne Spuren der deutschen Kolonialgeschichte. Dabei geht es nicht um die Spuren, die noch heute in den ehemaligen deutschen Kolonialgebieten zu finden sind, sondern um die Spuren des Kolonialismus hier in Deutschland. Und diese Spuren gibt es überall zu finden, quer durch Deutschland, in vielen Städten gibt es heute noch Straßen und Plätze, die nach ehemaligen Kolonialgebieten ...

 

André Gide: Kongo und Tschad

Anna 11. September 2008

Die „Bibliothek verbrannter Bücher“ ist ein Projekt zur Erinnerung an die Bücherverbrennungen 1933 durch die Nationalsozialisten. Im Rahmen dieses Projektes werden 120 der damals verbrannten Bücher in einer Neuedition aufgelegt. Unter den ersten 10 erschienen Büchern sind z.B. Werke von Kafka, Kästner, Anna Seghers, Tucholsky und der hier vorzustellende Band „Kongo und Tschad“ von André Gide (ursprünglich erschienen 1930). 1925 macht sich (der spätere Literatur-Nobelpreisträger) André Gide auf eine Reise von Paris nach Zentralafrika auf. Diese Reise in den Kongo und den Tschad wird für ihn zum prägenden Erlebnis. Zurück in Europa schildert er in Vorträgen und Büchern die unhaltbaren ausbeuterischen Zustände in den französischen Kolonien. Der nun neu aufgelegte Reisebericht ...